Tagesgeldkonto und die Zinsen

Die wichtigste Frage, welche auch beim Tagesgeld über den Erfolg einer Geldanlage entscheidet, ist und bliebt die Höhe der Guthabenzinsen. Für das Tagesgeld-Konto ergeben sich an dieser Stelle mehrere Besonderheiten, die ein Anleger bei der Entscheidung für eines der zahlreichen Angebote immer im Auge behalten sollte. Verglichen mit anderen, ähnlichen Sparguthaben, erzielt das Tagesgeld einen hohen Zins. Als Kontoinhaber profitiert man von dieser Zinsentwicklung natürlich nachhaltig und ist nicht mehr auf die niedrigen Zinsen eines anderen Guthaben- oder Sparkontos abgewiesen. Drei, vier oder sogar fünf Prozent Zinsen sucht man heute am Markt für die klassischen Anlageformen vergeblich. So erhält man beim Tagesgeld hohe Zinsen und das meist sogar garantiert. Allerdings darf auch hier nicht auf einen Vergleich der Zinsen für Tagesgeld-Konten verzichtet werden.

Denn wie der Teufel im Detail steckt, so verhält es sich auch bei Tagesgeld-Konten mit dem Kleingedruckten. In manchen Geschäftsbedingungen heißt es am Ende, dass die beworbenen Zinsen erst ab einer gewissen Mindesteinlage dem Konto gutgeschrieben werden. Daneben ist auch der umgekehrte Fall denkbar, nämlich das ein hoher Zinssatz lediglich bis zu einer Obergrenze von 75.000 Euro durch die Banken gewährt wird. Kapital auf dem Tagesgeld-Konto, welches diese Anforderungen nicht erfüllt und über oder unter den Grenzen liegt, wird dagegen mit einem wesentlich geringeren Prozentsatz verzinst. Wer vermeintlich günstiges Tagesgeld entdeckt hat und diesen Hinweis nicht beachtet, wird sich spätestens nach dem ersten Blick auf den Kontoauszug über diesen Fehler ärgern.

Warum räumen Banken aber überhaupt ihren Kunden besondere Konditionen ein, wie etwa für günstiges Tagesgeld? Auf den ersten Blick scheint dieses Verhalten einen Grundsatz der Bankenlehre zu verletzten, schließlich hieß es doch vor wenigen Jahren noch, dass nur lange Laufzeiten mit hohen Zinsen belohnt werden. Um diesen Widerspruch zu erklären, sollte zuerst der Umstand ins Gedächtnis gerufen werden, das Banken sich zunehmend mehr Konkurrenz machen. Die klassischen Filialbanken haben durch Direktbanken einen weiteren Wettbewerber bekommen. Und um das Kapital der Kunden halten zu können, müssen die Institute inzwischen vorteilhafte Produkte, wie zum Beispiel Tagesgeld-Angebote in ihr Portfolio aufnehmen. Die hohen Zinsen dienen vor allem dazu, Bankkunden auch für längere Zeit in das Institut zu binden. In diesem Fall arbeiten die einzelnen Unternehmen also einmal mit dem Zuckerbrot statt mit der Peitsche.